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J. LORENZO SAA  B.

MESTIZAJE (VERMISCHUNG) der SPRACHEN...

(EinfĂĽhrende Bemerkung...)

..Gewöhnlicher Prozess einer bestimmten Sprache, der Grenzen feststellbar macht, die jedoch nicht den Gebrauch einer Sprache bestimmen, im allgemeinen jedoch schon Nationalitäten definieren und gegeneinander abgrenzen...

Girolamo Benzoni schreibt folgendes (1*): „...Obgleich die Völker dieser Provinz Quito, wie viele andere in Peru auch, ihre eigene Sprache hatten, zwangen die Inkas sie gleichzeitig mit der Unterdrückung zur Erlernung der Sprache von Cusco, wobei die Eltern diese ihren Kindern beizubringen hatten. Deshalb wird jene Sprache im allgemeinen in allen Ländereien verwendet, die unter der Inka-Herrschaft standen ...“

(1*) Benzoni (Gieronimo ) Girolamo. La Historia del Nuevo Mundo; "Relatos de su viaje por tierras del actual Ecuador", 1547-1550.- 2.Ed. Banco Central del Ecuador, Guayaquil 1985.-Imp. Cromos.-Guayaquil – Ecuador, S. 115

"...Fray Hernando Italiano (1*), erwähnt folgendes in seinem Bericht über Alausi*: „Si sprechen di allgemeyne Sprach der Ingua, genannet QUICHUA del Inga.- Di meysten sprechen ihr eigen besonder Sprach, di da heysset CAÑAR, aus der Provincia Cuenca, gemischet mit der von den PURUYES von der Provincia Riobamba, und es gebet auch noch ander verschieden Sprachen unter diessen Indios, jedoch verstehn si sych gutt mit den zweyen vorgenannten...“ (2*)

„...Si wurden regiret von Häuptlingen und führeten Krieg mit anderen. Sie kämpfften in Scharen und verteidigten ihr Land, Speis und Besitz, gleichmehr sie stahlen und taten ähnlich mehr solch Ding.- Nach dem Ingua hatten si Lanzae auss Palmholz, Keulen, Chondas, Äxt aus Kupfer, Schleudern und ander Waffen mehr.-

Später führten si groß Kriege, wann die Söhne des Ingua kamen, das Land auff zu teilen.“. (2*)

„...Da ist dies Volk und ander mehr an Häng und Höhen; allseits Bergsleut; synd starck und krafftig.“ (1*) ( Mocha...?)-. (Anmerkung des Berichterstatters)

(1*) Hernando Italiano: DOMINIKANERMÖNCH, Pfarrer der „Naturmenschen“ von Sant Jvan de HAMBATO, Eintrag für den 14. Januar des Jahres 1606 .- (Castillo Jácome , Juli)

(2*) Cordero Palacios, Octavio.- Estudios Históricos.- Selección.- Ed. Banco Central del Ecuador.- Gráficas Hernández Cia. Cuenca - 1986.- S.68/69.- Erstquelle.- „...die Dokumente, die wir nunmehr veröffentlichen, verfasst dreieinhalb Jahrhunderte vorher, ...“ Also so um die Jahre 1630 / 1635.

Reservat Alausí*: Grenz / Grenzgebyt / Abgrenz zwischen den Gemarken der (von den Chronisten genannten) Völker der Cañari oder Puruha. (Anmerkung des Berichterstatters)

SYMBIOSE... Es ist doch jedenfalls erstaunlich, dass da eine fast perfekte Symbiose beschrieben wird, die aus praktischen Gründen, d.h. der gemeinsamen Nutzung der verschiedenen Sprachen der Eroberten und der Sprache der Eroberer heraus entsteht. Diese gegenseitige Assimilation mutet wahrhaft phantastisch an, ich bin versucht zu sagen quasi natürlich, … unbewusst und mit einer absoluten Alltäglichkeit. Es ist für uns heute vollkommen normal uns auf Orte zu berufen und dies (einige Beispiele unter tausend anderen möglichen) in einer Verbindung von Beschreibung und Namensgebung und in einer Mischung kastilianisch-quechua zu tun: San Francisco... de Quito..; San Juan... de Ambato..; San Bartolomé... de Pínllo...; usw. Saá.

HAMBATO: EINE IDIOMATISCHE ‚NISCHE’ MIT EIGENER SPRACHE...!!?

...Es ist wissenswert, dass bis in die Mitte des XVIII. Jahrhunderts die kastilianische Gemeinde zur Bezeichnung der Sprache der Ureinwohner im allgemeinen Ausdrücke verwendete wie: „Die Sprache des Inga“*, und NICHT „Quichua“ oder „Quechua“ sagte oder einen anderen jener (heute gebräuchlichen) Namen jener in diesen Gebieten bestehenden Umgangssprachen... Saá

*Cat. Arch. Gen. Orden Franciscana en Ecuador. 8.2 Libros de Parroquias y Doctrinas Franciscanas.- "Varios de Doctrinas e IndĂ­genas." # 8-10 VII-VIII

...Dies war der Ursprung und Motor, möchte ich sagen, einer ideologisch-konzeptualen Mestizaje, die in beide Richtungen funktionierte: Quechua - Kastilianisch / Kastilianisch - Quechua (2*),..., und bis heute fortlebt, kulturell perfekt eingepasst und ein unabdingbarer Bestandteil unserer gegenwärtigen Lebensform... (s. „Mestizaje (Vermischung) der Sprachen“) Saá

*1 Völker, Gemeinschaften, Nationen...

* 2 (...Doch nicht allein von den verschiedenen ‚eingeborenen’ Sprachen der Gemarkung … will ich schreiben: Die Multiethnizität beherrscht die heutige äußerst komplexe Identität Ecuadors, und trägt doch so wenig Empowerment, Identifikation und Verbundenheit mit diesem Land vonseiten der höheren Schichten in sich...)



 

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